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Finanzielle Engpässe wegen Corona? - Wir klären über Unterstützungsmöglichkeiten für Familien auf.

Finanzielle Engpässe wegen Corona? - Wir klären über Unterstützungsmöglichkeiten für Familien auf.

Maria Sattler

„Zusammenhalt“und „Abstandhalten“Keine Gegensätze in Zeiten von COVID-19!

Im Gegenteil – die Corona Pandemie ruft sehr viel Solidarität in uns hervor. Helferplattformen sprießen aus dem Boden, Nachbarn helfen Nachbarn und die Menschen halten sich diszipliniert an die Einschränkungen.

Doch leider kann nicht jedes durch Corona hervorgerufenes Problem mit „Zusammenhalt“ und „Abstandhalten“ komplett gelöst werden. Gerade Familien sind zurzeit besonders stark belastet. Die ganztägige Kinderbetreuung mit Homeschooling, sowie die Arbeit und die Gefahr vom Jobverlust bzw. Lohneinbrüchen, strapazieren Eltern gerade auch auf finanzieller Ebene.

Ein Silberstreifen am Horizont! - Die Bundesregierung hat die kritische Situation der Familien erkannt und Maßnahmen konzipiert, welche Familien auf verschiedene Weise entlasten sollen.

Wir stellen euch hier jetzt all diese Maßnahmen vor und wie ihr diese beanspruchen könnt!

Nicht jedes unterstützende Mittel kann von jedem beansprucht werden. Ein paar Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Wir haben diese mal für euch nach Situationen kategorisiert:

  1. Familien mit Jobverlust
  2. Familien mit Lohneinbrüchen
  3. Kinderbetreuungshilfen
  4. Werdende & frisch gebackene Eltern
  5. Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer


1.      Familien mit Jobverlust

Nur einige wenige Unternehmen, wie digitale Streamingdienste und der Onlinehändler amazon, profitieren gerade in dieser Pandemie. Für fast jede andere Branche ist diese Krise ein großer Tiefschlag in die Magengrube der Umsatzzahlen. Viele fürchten die Arbeitslosigkeit - andere stecken schon drin!

Doch wie komme ich an Unterstützung beim Jobverlust durch Corona?

Wie sonst auch, ist im Falle des Verlusts der Arbeitsstelle ein Antrag auf Arbeitslosengeld zu stellen. Die Regierung hat besonders den Zugang zur Grundsicherung (auch Arbeitslosengeld II) vereinfacht und die Regelungen zu Zahlungsansprüchen gelockert. Wer über kein erhebliches Vermögen verfügt, darf Ersparnisse behalten und die Kosten für Wohnen und Heizung werden in den ersten 6 Monaten in voller Höhe anerkannt. Das bedeutet, die tatsächlich anfallenden Kosten für Wohnen und Heizung werden übernommen und nicht wie sonst üblich nur zu einer festgelegten Grenze.

Für das Arbeitslosengeld I errechnet sich für Eltern ein Anspruch von 67% des Nettoeinkommens des letzten Kalenderjahres, heruntergerechnet auf einen Monatsbetrag.

Ein Antrag auf Grundsicherung oder Arbeitslosengeld kann online hier beantragt werden.


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2.      Familien mit Lohneinbrüchen

Hat man das Glück und der Job ist trotz Corona gesichert, fällt trotzdem nicht selten ein gewisser Teil des üblichen Einkommens weg. Für viele ein finanzieller Beinbruch!

Auch hier hat die Regierungen Vorkehrungen getroffen, um Familien gesondert zu unterstützen. Neben familienspezifischen Regeln für Kurzarbeit stellen wir euch noch 2 weitere vor: den Notfall-Kinderzuschlag und die Lohnfortzahlung bzw. der Lohnersatz.

Kurzarbeit

Noch nie ist das Wort so oft hintereinander gefallen wie in der Corona-Epidemie.

Doch was ist Kurzarbeit eigentlich?

Ziel der Kurzarbeit ist es Arbeitsplätze zu sichern. Unternehmen können Dank gelockerter Regelungen ab 10%, statt ursprünglich 30%, Arbeitsausfällen von Mitarbeiter nun schneller Kurzarbeit beantragen. Für betroffene Arbeitnehmer bedeutet das, wie der Name schon suggeriert, eine Kürzung der Arbeitszeit, aber keinen Verlust der Arbeitsstelle.

NEU! - Nicht nur die Regelung ob Kurzarbeit beantragt werden kann wurde gelockert, sondern auch die Höhe des Kurzarbeitergeldes wurde angehoben.

Somit sollen für Eltern statt 67% nun 87% des fehlenden Nettogehalts unabhängig von der gekürzten Arbeitszeit gesichert sein. Die Sozialversicherungsbeiträge werden dabei komplett von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Lohnfortzahlung und Lohnersatz durch Kita- & Schulschließungen

Du kannst wegen der Kita- und Schulschließungen nicht zur Arbeit und hast auch keine Alternative die Kinderbetreuung in andere Hände abzugeben? – Dann hast du zunächst Anspruch auf Lohnfortzahlung und Lohnersatz.

Was der Unterschied ist?

Die Lohnfortzahlung erfolgt beträgt 100% des Nettolohns, ist allerdings nur für wenige Tage beanspruchbar.

Der Lohnersatz, hingegen, erstreckt sich auf die Zeit in denen die Kitas und Schulen aufgrund von Corona und der Anordnung der Regierung schließen müssen. Allerdings kann man aktuell den Lohnersatz lediglich bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen. Ausgenommen sind reguläre Ferienzeiten, hier entfällt der Anspruch, da die Schulen, teils auch Kitas, im Regelfall geschlossen wären.

Beim Lohnersatz gibt es leider nicht die volle Zahlung des Lohns, sondern – ihr ahnt welche Zahl kommt – 67% des Nettolohns. Maximal kann jedoch eine Zahlung bis zu 2.016 EURO in Anspruch genommen werden.

Der Lohnersatz wird vom Arbeitgeber gezahlt, und zwar dann, wenn folgende Voraussatzungen erfüllt sind:

  • Du, als Elternteil, bis erwerbstätig
  • Du bist für dein Kind sorgeberechtigt
  • Dein Kind ist unter 12 Jahr alt oder ist wegen einer Behinderung auf Hilfe angewiesen
  • Es gibt keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit, d.h. kein Anspruch auf Notfallbetreuung und keine Möglichkeit Großeltern, andere Verwandte oder Nachbarn hinzuzuziehen.

Diese Punkte treffen auf dich zu? – Dann hat dein Arbeitgeber hoffentlich schon den Antrag gestellt, ansonsten gehe auf deinen Arbeitgeber zu, denn dieser muss den Antrag bei dem entsprechenden Landesamt für Gesundheit und Soziales einreichen.

Du hast noch weitere Fragen zum Lohnersatz und zur Lohnfortzahlung? – Dann findest du deine Antworten hoffentlich hier.

Notfall-Kinderzuschlag

Da 67 % des Nettogehaltes nur selten ausreichen und es auch bei 87 % Gehaltsauszahlung zu Engpässen kommen kann, können einige Familien zusätzlich den Notfall-Kinderzuschlag beanspruchen.

Normal steht der Kinderzuschlag Familien mit kleinem Einkommen ergänzend zum Kindergeld zu. Unter normalen Umständen beträgt dieser maximal 185 EURO pro Kind.

Wegen der außergewöhnlichen Situation hat die Regierung den Kinderzuschlag zu einem Notfall-Kinderzuschlag angepasst und neue Bestimmungen getroffen:

  • Anstatt das Einkommen der Eltern in den letzten sechs Monaten zu berücksichtigen, wird nun lediglich das Einkommen des letzten Monats betrachtet. Somit kann auf kurzfristige Lohnkürzungen reagiert werden.
  • Grundsätzlich müssen keine Angaben zum Vermögen erfolgen, lediglich bei erheblichen Vermögen (ab 60.000 EURO).
  • Weiterhin gilt der Anspruch nur für Familien mit geringem Einkommen. Dazu zählt z.B. ein gemeinsames Familieneinkommen von bis zu 2.400 EURO netto bei 2 Kindern und Wohnkosten von 700 Euro.

Eine Vorberechnung kann hier ermittelt werden und die Beantragung des Notfall-Kinderzuschlags kann hier durchgeführt werden.


3.      Kinderbetreuungshilfen

Bis vor kurzem konnte eine Notfallbetreuung von Kindern in Schulen und Kitas lediglich von Eltern in systemrelevanten Berufen in Anspruch genommen werden. Doch seit der schrittweisen Wiedereröffnung von Geschäften in einigen Bundesländern wurden auch gelockerte Regelungen zur Notfallbetreuung und Öffnung der Schulen beschlossen.

Da Beschlüsse rund um Kitas und Schulen Ländersache sind, können wir hier keine allgemein gültigen Aussagen treffen. Ein paar Dinge gelten aber fast überall!

Gute Nachrichten für Alleinerziehende!

Seit dem 27. April haben 11 von 16 Bundesländern die Notfallbetreuung für berufstätige Alleinerziehende erweitert. Auch Journalisten und Rechtsanwälte können sich freuen, denn sie gehören u.a. zu den erweiterten Berufsgruppen, die bundesweit auch den Anspruch auf die Notfallbetreuung haben.

Gehörst du vielleicht auch zu den neuen erweiterten Berufsgruppen? Oder willst du wissen wie die Regelungen in deinem Bundesland aussehen? Dann klick doch einfach hier drauf und finde die Antworten zu deiner Frage unter deinem jeweiligem Bundesland.

Und wie sieht es mit den Kita-Gebühren aus? - Leider ist es hier etwas komplizierter.

Auch das ist ebenfalls Ländersache. Ob Kita-Gebühren anfallen, hängt dabei oft nicht immer nur von dem Bundesland selbst, sondern auch den Kommunen ab. In manchen Ländern herrscht intern keine einheitliche Regelung.

Um dir zu helfen herausfinden, ob du Anspruch auf Aussetzung oder gar Erstattung von Zahlungen hast, können wir dir nur einen Rat geben:  Suche zunächst die Webseiten deiner Kommune bzw. deines Bundeslands auf und nehme bei Unklarheit Kontakt mit diesen auf.


4.      frisch gebackene & werdende Eltern

Seid ihr gerade Eltern geworden, bezieht Elterngeld und fürchtet, dass durch Corona eure Ansprüche verloren gehen? – Dann könnt ihr jetzt aufatmen!

Ihr seid schwanger, aber fürchtet, dass ihr bei der späteren Elterngeldberechnung benachteiligt werden könntet? – Keine Panik, an euch wurde auch gedacht!

Die Regelungen zum Elterngeld werden von der Regierung den Umständen entsprechend angepasst, um Familien in der aktuellen Lebenslage weiterhin mit dem Elterngeld unterstützen zu können:

  • Eltern in systemrelevanten Berufen sollen ihr Elterngeld aufschieben können
  • Eltern, die den Partnerschaftsbonus nutzen, sollen diesen nicht verlieren, wenn sie durch Corona gerade mehr oder weniger arbeiten.
  • Die Bezüge des Elterngelds bleiben gleich, auch wenn Eltern Einkommensersatzleistungen wegen Corona beziehen
  • Werdende Eltern, die bedingt durch Corona in Kurzarbeit, Teilzeit oder gar nicht mehr arbeiten können, sollen dadurch später keine Benachteiligung bei der Berechnung der Elterngeldbezüge erhalten

Für werdende Eltern empfiehlt die Regierung zusätzlich zwei Info-Broschüren rund um das Thema „Schwanger in der Corona Zeit“.

Hier findest Antworten der FAQs junger Frauen und Familien in der Coronazeit und hier erhältst du Infos zu Präventionsmaßnahmen von Geburtshilfen.


5.      Solo-Selbstständige & Kleinunternehmer

Auch die Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmen haben gerade besonders große Schwierigkeiten zu überleben und werden deshalb in der Krise nicht alleingelassen. Die Bundesregierung hat auch hier Unterstützungsmaßnahmen ins Leben gerufen.

Soforthilfe ist das Stichwort! - Schnell und unbürokratisch soll die Existenz der Selbstständigen und Kleinunternehmen gesichert werden. Je nach Betriebsgröße besteht Anspruch auf eine Einmalzahlung für drei Monate von 9.000 – 15.000 EURO.

Wer bis zu fünf Angestellte beschäftigt, hat einen Anspruch von 9.000 Euro. Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigen können eine Soforthilfe von 15.000 EURO wahrnehmen. Ein paar besondere Regelungen zur Soforthilfe und wo man diese beantragen kann, erfährst du hier.


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Wir hoffen, dass wir euch mit diesem Blogbeitrag weitergeholfen haben!

Wenn ja, dann teilt ihn doch auf euren Kanälen, damit sich auch andere Eltern über die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten in der Corona-Pandemie informieren können.

Seid ihr gerade im Homeoffice und sucht nach Tipps die Zeit bis zur Kita- bzw. Schuleröffnung zu überstehen? Dann haben wir in diesem Blogbeitrag wertvolle Tipps für euch!

Euer bankz family-Team!