Sie haben bankz family Blog erfolgreich abonniert.
Toll! Schließen Sie als Nächstes die Prüfung ab, um vollen Zugriff auf bankz family Blog zu erhalten.
Willkommen zurück! Sie haben sich erfolgreich angemeldet.
Erfolg! Ihr Konto ist vollständig aktiviert, Sie haben nun Zugriff auf alle Inhalte.
Sorgenfrei in den Urlaub – mit den passenden Reiseversicherungen

Sorgenfrei in den Urlaub – mit den passenden Reiseversicherungen

Theresa Winkler

2020 ist unser Urlaub wohl ein bisschen anders als sonst. Das fängt bei der Planungsunsicherheit an und hört beim Reiseziel nicht auf. Aber eines ändert sich bei der Buchung des Familienurlaubs wohl nie: Das Zögern beim Setzten des Häkchens „Reiseversicherung mit abschließen“. Hinzufügen? Entfernen? Doch lieber hinzufügen, ah ne doch entfernen, denn meistens läuft ja alles glatt, oder? Aber was, wenn nicht?  Was, wenn doch der Fall der Fälle eintritt und man die Reise absagen muss? Was, wenn man im Urlaub krank wird? Oder bei einer Flugreise das Gepäck verloren geht? Aber vielleicht sind die Versicherungen doch sinnlos und man wird nur abgezockt? Der Optimist und der Angsthase im Kopf spielen Dr.Jekyll & Mr.Hyde.

Welche Versicherungen brauche ich nun für den Familienurlaub, und welche kann ich mir getrost sparen? Genau dieser Frage gehen wir in diesem Blogartikel auf den Grund, damit du dir in Zukunft Zeit, Geld und Nerven bei der Urlaubsbuchung sparen kannst.


App-Download-Grafiken-02 App-Download-Grafiken-04

Diese Reiseversicherungen kommen mit ins Gepäck

Grundsätzlich gilt, dass alle Unterlagen zu den abgeschlossenen Versicherungen mit in das Gepäck müssen. Denn was hilft die schönste Versicherung, wenn man im Ernstfall die Konditionen nicht kennt oder keinen Nachweis darüber hat?

Die Auslandskrankenversicherung

Eine der wichtigsten Reiseversicherungen ist die Auslandskrankenversicherung. Diese ist vor allem bei gesetzlich Versicherten dringend zu empfehlen. Aber auch privat Versicherte sollten vor einer Urlaubsreise nochmals prüfen, inwieweit der Versicherungsschutz auch im Ausland greift. Innerhalb der EU (inkl. Norwegen, Liechtenstein, Island sowie in Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat) ist man zwar bis zu einem gewissen Grad versichert, der Schutz ist aber unter Umständen nicht ausreichend.

Da man im Urlaubsland grundsätzlich zu den entsprechenden Landeskonditionen versichert ist, kann es sein, dass eine höhere Selbstbeteiligung fällig wird oder bestimmte notwendige Leistungen nicht von der Versicherung mit abgedeckt werden. Sobald man sich außerhalb der EU, oder der oben genannten Länder befindet, ist es mit dem Versicherungsschutz dann ohnehin vorbei. Außerdem wird der medizinische Rücktransport nach Deutschland in keinem Fall übernommen. Dies kann den Sparfuchs, der sich die Auslandskrankenversicherung sparen wollte, teuer zu stehen kommen. Je nach Urlaubsland, kann dieser Transport bis zu 80.000€ kosten. Ganz schön viele Nullen, oder?

Die gute Nachricht ist aber, dass eine Auslandkrankenversicherung selbst nicht teuer ist. Ganz im Gegenteil: einen Jahrestarif für die ganze Familie gibt es schon ab 20€. Je nach Police sind dann alle Reisen innerhalb eines Jahres bis zu einer Dauer von 56 Tagen, in manchen Fällen sogar bis zu 70 Tagen, abgesichert. Beim Abschluss der Versicherung solltest du grundsätzlich auf Reisedauer, Geltungsbereich, Kostenübernahme, Vorerkrankungen und natürlich den medizinisch notwendigen Rücktransport achten. Eine detaillierte Beschreibung dazu findest du hier.

Die Mallorca-Police

Nachdem jetzt alle Familienmitglieder abgesichert sind, kümmern wir uns um das liebste Transportmittel der Deutschen: das Auto. Um auch am Urlaubsort mobil zu sein, ist ein Mietwagen oft das Mittel der Wahl und auch dieser will versichert sein. In der Regel sind Mietwägen zu den jeweiligen Landeskonditionen versichert. Die Deckungssummen sind aber, vor allem bei Personenschäden, oft nicht hoch genug. Insgesamt sollte hier eine Summe von mindestens fünf Millionen Euro abgedeckt sein, besser sind aber sieben bis acht Millionen Euro.

Hier kommt die sogenannte Mallorca-Police ins Spiel. Im offiziellen Versicherungsjargon nennt sich das Ganze dann „Versicherung für den Gebrauch fremder, versicherungspflichtiger Fahrzeuge“. Diese garantiert, dass die Versicherungssumme mindestens dem in Deutschland vorgeschriebenen Niveau entspricht. Der Schutz gilt dann im gesamten geographischen Europa. Solltet ihr eine Reise außerhalb Europas planen, nennt sich diese Versicherung „Traveller-Police“.

Auch diese Versicherung bedeutet nicht notwendigerweise exorbitante Mehrkosten. In vielen KfZ-Versicherungen ist so eine Klausel bereits enthalten. Ein genauer Check der bestehenden Versicherung kann sich also lohnen. Solltest du kein Auto haben, kann der Schutz auch in die Privathaftpflicht integriert werden. Weitere Informationen zum Thema Mallorca-Police findest du hier.

Die Reiserücktrittsversicherung

Während eine Auslandskrankenversicherung und eine Mallorca-Police definitiv sinnvoll sind, wird es hier schon etwas komplizierter und weniger eindeutig. Eine Reiserücktrittsversicherung ist nur in wenigen Fällen wirklich hilfreich. Meistens lohnt es sich nicht. Wenn, dann sollten Reisen, die weit im Voraus gebucht wurden versichert werden oder auch sehr teure Reisen.

Zudem solltest du dir folgende Fragen vor dem Abschluss stellen: Wie hoch ist das Risiko tatsächlich, dass wir den Urlaub nicht antreten können? Gibt es Mitreisende mit einem hohen Gesundheitsrisiko? Wie hoch würden die Stornogebühren ausfallen und würden diese tatsächlich ein massives Loch in die Familienfinanzen reißen? Eine Versicherung zahlt nämlich auch nur dann, wenn der Grund für die Absage wichtig und nicht vorhersehbar war. Eine plötzliche, schwere Krankheit wird beispielsweise als Grund akzeptiert, die Trennung vom Partner aber nicht. Ob ein Ereignis die Versicherung letztendlich zu einer Zahlung verpflichtet ist auch oft ein Streitpunkt.

Auch bei Absagen von Reisen wegen des Coronavirus greift die abgeschlossene Versicherung oft nicht. Auch wenn wohl niemand bei der Urlaubsplanung Anfang des Jahres eine weltweite Pandemie auf dem Schirm hatte, zahlen die Reisrücktrittsversicherungen in diesem Fall nicht. Denn Pandemien sind in der Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Das Gleiche gilt auch bei Reise- und Sicherheitswarnungen oder Einreisestopps. Stichwort: höhere Mächte.

Beim Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung sollte grundsätzlich genau auf die Konditionen geachtet werden. Keine Selbstbeteiligung, ein Versicherer, der im Streitfall an einem Schlichtungsverfahren teilnimmt und die Prüfung des Preises von Jahresverträgen gegenüber der Versicherung einzelner Reisen sollten auf deiner Check-Liste stehen. Abgesehen davon sollte auch der Reiseabbruch in der Police mitberücksichtigt werden. Weitere Information findest du hier. Unterm Strich ist die Reiserücktrittsversicherung eher ein Kann als ein Muss.


Diese Reiseversicherungen sind überflüssig

Mit den oben beschriebenen Versicherungen bist du für deinen Urlaub ausreichend versorgt. Weitere Versicherungen lohnen sich in der Regel nicht. Das beste Beispiel dafür ist die Gepäckversicherung. Auch wenn es ärgerlich ist, wenn der Koffer mit den für den Urlaub sorgfältig ausgewählten Lieblingsstücken verloren geht, ist der dadurch entstandene wirtschaftliche Schaden oft nicht so hoch, dass sich die Versicherung auszahlt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber noch nicht das größte Problem bei einer Gepäckversicherung. Sollte es dann tatsächlich zum Verlust des Gepäcks kommen, suchen viele Versicherer erst einmal die Schuld beim Versicherten. Das heißt konkret, dass man im Worst Case eine teure Versicherung abgeschlossen hat, die dann im Ernstfall nicht mal zahlt.

Wenn du dein Gepäck trotzdem absichern möchtest, lohnt sich ein Blick in deine private Hausratsversicherung. Manchmal ist hier durch eine Außenversicherung auch dein Reisegepäck mit geschützt. Abgesehen davon haften in der Regel Reise- und Fluggesellschaften für verloren gegangenes Gepäck. Die Haftungsobergrenze liegt hier bei 1.300€ pro Person. Diese Regelungen gelten für Länder, die das sogenannte „Montrealer Abkommen“ unterzeichnet haben. Dazu gehören unter anderem die EU oder die USA. Außerdem sind Flüge mit EU-Fluggesellschaften in Länder, die dem Abkommen nicht beigetreten sind, ebenfalls abgesichert. Weitere Informationen zu deinen Ansprüchen bei Gepäckverlust findest du hier.

Zwei weitere Reiseversicherungen, die du nicht brauchst, sind die Urlaubshaftpflicht- und die Reiseunfallversicherung. In beiden Fällen ist es nämlich so, dass eine gute reguläre Privathaftpflicht sowie eine gute Unfallversicherung, die ohnehin jeder haben sollte, auch Schäden im Urlaub abdecken. Weitere Informationen zu diesen Versicherungen findest du in unserem Blogbeitrag zu den wichtigsten Versicherungen für Familien. Für den „Ottonormalurlaub“ bist du also damit bestens versorgt. Für Ausflüge mit dem Surfboard oder einem Boot, kann eventuell die genauere Betrachtung der Urlaubshaftpflicht noch relevant sein.


So, und wer gewinnt nun? Der Optimist oder der Angsthase? Wie immer liegt die Antwort in der goldenen Mitte. Wenn du mit deiner Familie komplett ohne Versicherungen verreist, kann es auch schnell ein böses (teures) Erwachen geben. Allerdings können wir auch allen Angsthasen mit auf den Weg geben, dass es definitiv nicht sinnvoll ist pauschal alle Eventualitäten abzusichern.

Grundsätzlich sollte man nie das Häkchen bei „Reisversicherungen mit abschließen“ setzen. Hier lauern meist überteuerte Verträge, schlechte Konditionen oder versteckte Kosten. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass du um „Rundum-sorglos-Pakete“ einen großen Bogen machen solltest. Diese enthalten nämlich oft irrelevante Versicherungen. Generell solltest du bei Reiseversicherungen, wie bei anderen Versicherungen auch, die Leistungen einzeln und genau prüfen und auf den gängigen Portalen vergleichen.

Wir hoffen, dass dieser Blogartikel zu einem sorgenfreien Familienurlaub 2020 beiträgt und wir euch ein paar Leitlinien für das Labyrinth der Reiseversicherungen an die Hand geben konnten.

Dein bankz family-Team


In unserem Artikel beziehen wir uns auf folgende Quellen:

https://www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/reiserecht/corona-recht-versicherung/

https://www.dvka.de/de/versicherte/touristen/touristen.html#pagd-0-0

https://www.finanztip.de/kfz-versicherung/mallorca-police/

https://www.finanztip.de/krankenversicherung/auslandsreisekrankenversicherung/

https://www.finanztip.de/reiseversicherungen/

https://www.finanztip.de/reiseversicherungen/reiseruecktrittsversicherung/

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Gepaeck-auf-Flugreise-verlorene-Wer-haftet,reisekoffer100.html

https://www.test.de/thema/reiseversicherung/

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/auslandsreisen-welcher-versicherungsschutz-ist-notwendig-10713