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Steuererklärung 2019/2020 – Spartipps für Eltern in Zeiten von Corona

Steuererklärung 2019/2020 – Spartipps für Eltern in Zeiten von Corona

Sofie Leonhardt

Dass eine Familie Geld kostet steht außer Frage. Ob Schulmittel, Betreuungskosten oder ständig neue Kleidung – das alles kann schnell teuer werden. Zum Glück gibt es die Möglichkeit, einige Kosten mit der Steuererklärung zurückzuholen – doch dafür musst du zunächst wissen, welche Posten du nun absetzen kannst, und welche nicht.

Wir möchten dir in diesem Artikel einen Überblick geben und stellen Spartipps und Tricks rund um die Erstellung der Steuererklärung als Familie für dich zusammen.

Wir beginnen mit einigen allgemeinen Punkten, die dir dabei helfen dein Budget ganz einfach aufzubessern. Zum Schluss möchten wir dir dann zudem noch ein paar Tricks verraten, die gerade in der aktuellen Home Office Situation wertvoll sein könnten und dir bei der Erstellung der Stuererklärung im nächsten Jahr zugute kommen werden!

1. Nutze die Möglichkeit auf Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag

Bevor es zur Steuererklärung geht, heißt unsere erste konkrete Empfehlung: Beziehe Kindergeld, bzw. den Kinderfreibetrag. Generell haben Eltern im Normalfall einen Anspruch auf das monatliche ausgezahlte Kindergeld, bzw. die Steuererleichterung im Rahmen des Kinderfreibetrags. Zudem hängen viele Zulagen und Sonderregelungen davon ab! Um die finanzielle Unterstützung zu beziehen müssen Eltern nur einen Antrag bei der zuständigen Familienkasse stellen. Die jeweilige Familienkasse findest du z.B. hier. Derzeit erhalten Familien mit weniger als 4 Kindern jeweils 194€ pro Monat und Kind, bei 5 Kindern und mehr steigt dieser Betrag sogar noch.

Für wen jetzt unklar sein sollte, welche Variante nun finanziell am sinnvollsten ist, braucht sich keine Gedanken machen: Im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung prüft das Finanzamt automatisch, welche der beiden Optionen die jeweilige Familie finanziell besser stellt. Für die Überprüfung musst du lediglich deine Steuererklärung abgeben, ein Antrag ist hierfür nicht nötig!

2. Mache die Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich geltend

Ein weiterer Tipp für das Erstellen deiner Steuererklärung ist, wie der Titel bereits verrät, das Anrechnen von Kranken- und Pflegeversicherung. Das bedeutet, dass du die Kranken- und Pflegeversicherung deiner Kinder als Sonderausgaben bei der Steuer geltend machen kannst. Das gilt auch, wenn dein Kind bei dir oder einem anderen Elternteil mitversichert ist, oder aber selbst Versicherungsnehmer ist. Einen kleinen Haken gibt es hier allerdings: diese Regelung gilt nur, wenn für dein Kind auch ein Anspruch auf Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag besteht.

3. Setze die Kosten für die Kinderbetreuung ab

Da es oft nicht so einfach ist Kind und Job zu vereinbaren, greifen viele Eltern auf die Hilfe von Tagesmüttern, Kindertagesstätten oder der Großeltern zurück. Auch das kann selbstverständlich schnell ins Geld gehen. Die gute Nachricht ist: du kannst 2/3 dieser Kosten als Sonderausgaben bei der Steuer geltend machen. Die Höchstgrenze liegt hier bei 4000€ und dein Kind darf im Regelfall nicht älter als 14 Jahre sein. Wer sich jetzt freut und vorhat auf diese Weise auch Freizeitaktivitäten seines Kindes abzusetzen, der muss nun leider enttäuscht werden: Kosten für Musik- oder Sportunterricht, Nachhilfe, Verpflegungsaufwendungen oder ähnliches fallen nicht unter die Betreuungskosten!

Wenn du die oben stehenden Tipps und Tricks befolgst, solltest du also am Ende auf jeden Fall profitieren! Doch auch die aktuelle Lage, also Home Office in Folge der Corona-Krise, könnte hinsichtlich deiner Steuer für dich interessant sein. Die nächsten beiden Tipps möchten wir dir schon einmal vorab für die Steuererklärung 2020 an die Hand geben:

4. Setze dein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer ab

Schon mal vorweg: so einfach wie es klingt, ist es leider nicht. Dennoch – gerade befinden sich viele Arbeitnehmer im Home Office, sodass deine Chancen bei der Steuererklärung 2020 steigen. Grundsätzlich gilt: wenn du von daheim arbeitest, kannst du die Kosten für dein Arbeitszimmer in bestimmten Fällen als sogenannte Werbungs- oder Betriebskosten von der Steuer absetzen, obwohl für diese Aufwendungen normalerweise ein Abzugsverbot besteht. Das gilt in zwei Fällen:

  • Fall 1 ist der sog. beschränkte Abzug, dieser ist vor allem für Lehrer oder Außendienstmitarbeiter interessant. Der beschränkte Abzug bezieht sich auf den Fall, dass dir für deine berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und du kannst in diesem Rahmen Kosten in Höhe von bis zu 1250€ pro Jahr geltend machen
  • Fall 2 behandelt die Situation, dass das Arbeitszimmer Mittelpunkt deiner beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, also z.B. wenn du selbstständig bist. Die Kosten sind hier unbeschränkt abzugsfähig.

Nichtsdestotrotz ist Arbeitszimmer nicht gleich Arbeitszimmer: Um dein heimisches Büro steuerlich geltend machen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So muss es sich dabei beispielsweise um einen abgeschlossenen, zum Wohnhaus gehörigen Raum handeln (eine Arbeitsecke reicht nicht!) und mindestens 90% zu beruflichen Zwecken genutzt werden.

Die oben genannten Bedingungen gelten auch aktuell, dennoch ist es empfehlenswert, sich im Falle von Home Office eine schriftliche möglichst konkrete Bestätigung des Arbeitgebers ausstellen zu lassen und das heimische Büro als Foto festzuhalten. Dann könnte die Situation in der nächsten Steuererklärung berücksichtigt werden!

5. Berücksichtige Arbeitsmittel in der Steuererklärung

Wenn du kein Glück haben solltest, was das Absetzen des Arbeitsplatzes angeht, kann dir dieser Tipp trotzdem weiterhelfen. Denn auch private Gegenstände können als Arbeitsmittel zumindest teilweise von der Steuer abgesetzt werden, vorausgesetzt sie werden mindestens 10% für berufliche Zwecke genutzt. Typische Arbeitsmittel sind beispielsweise ein Laptop oder Computer, ein Schreibtisch, ein Smartphone, Fachliteratur oder ein Bücherregal. Also Anschaffungen, die gerade in der aktuellen Situation nötig werden könnten. Wenn du diese Gegenstände größtenteils beruflich, das bedeutet in diesem Fall zu mehr als 90%, nutzt, darfst du die Anschaffungskosten sogar vollständig absetzen, ansonsten einen entsprechenden beruflichen Kostenanteil. Zusätzlich gilt, dass Arbeitsmittel, die inkl. Umsatzsteuer nicht teurer als 952€ sind, im Anschaffungsjahr vollständig abgesetzt werden können, während teurere Gegenstände abgeschrieben werden müssen.

Selbstverständlich hoffen wir, dass dir unsere Tipps weiterhelfen, und du so mit deiner Familie, aber auch speziell in der aktuellen Situation, einige Euros sparen bzw. zurückholen kannst. Abschließend möchten wir nochmal daran erinnern, dass du alle relevanten Kassenbons, Rechnungen und Bescheinigungen sorgfältig sammeln solltest und die aktuelle Gesetzeslage im Auge behältst.


Quellen:

https://www.steuererklaerung.de/ratgeber-steuern/steuervorteile-fuer-familien-richtig-nutzen

https://www.merkur.de/leben/geld/steuererklaerung-2018-familien-sparen-diese-weise-viel-geld-zr-7442010.html

https://www.finanztip.de/blog/steuererklaerung-junge-familien/

https://www.familienkasse-info.de/kindergeldkassen-deutschland.php.

https://www.finanztip.de/haeusliches-arbeitszimmer/

https://www.finanztip.de/arbeitsmittel/